THE BUSHMAN

Bald sind die Bushmänner nur noch Legende.

Wie vergänglich die Menschheit doch ist.

Die San - Afrikas Ureinwohner - sind am Aussterben. Ihre Kultur geht verloren. Mit ihrem Untergang wird auch ein grosses, hierzulande weitgehend unbekanntes Stück afrikanischer Geschichte begraben.

URSPRUNG

Der Ursprung ist unklar. Während der Untergang dieser unbeugsamen, stolzen Rasse mit den mongolischen Zügen, einer pfirsichfarbigen, lederge-gerbten, faltigen Haut, Schlitzaugen und einer von Schnalz- und Klicklauten geprägten Sprache gut dokumentiert ist, liegt ihr Ursprung bis heute im Dunkeln. Man vermutet, dass sie die Jäger des paläolithischen Iberiens gewesen sind und die gleichen Ahnherren wie die alten Ägypter und die Steinzeitmaler in der Dordogne haben.

(Text Von Gerd Müller)

VERTREIBUNG

Den Anfang der mörderischen Ausrottung der Buschmänner machten die Hottentotten. Ihrem Beispiel folgten andere schwarze Völker wie die Zulu und Xhosa. Und die weissen Siedler Afrikas, die Buren, bemächtigten sich Stück um Stück des Bushmen-Landes und vertrieben die kühnen Jäger gnadenlos aus ihren Jagdgründen. Auch mit den Farmern gerieten sie in Konflikt. Da die Bushmänner kein Privateigentum, weder Grenzen noch Zäune (aner-)kennen, ihr Leben von der Wanderung der Tiere und den Jahreszeiten abhängt und sie nach dem Prinzip, dass die Natur allen Menschen gehört , leben, wurden sie, als sie auch die Herdentiere jagten, von den Viehbesitzern wie Freiwild gejagt. Ihre einzige Überlebenschance bestand im Rückzug in die Trockengebiete der Kalahari. Dank ihrer Anpassungsfähigkeit und Schlauheit konnten sie trotz Wassermangel lange im öden Durstland der Kalahari überleben.

(Text Von Gerd Müller)

KULTUR

Für die San ist alles Geist und Materie. Damit lebt der Bushmann nach dem Eros-Prinzip - nach dem Grundsatz, der alles mit allem verbindet. Vernetztes Denken ist bei den San seit Jahrhunderten tief verwurzelt. Die listigen Jäger und begnadeten Bogenschützen jagten Impalas, Kudus, Strausse, früher auch Elefanten, Löwen und anderes Grosswild mit vergifteten Pfeilen, deren tödliche Substanz einer Raupe entnommen wird, die nur zur Regenzeit auftaucht. Nicht die Pfeilspitze sondern der Schaft wird mit dem Gift bestrichen, denn schon die geringste Berührung des Giftes mit einer kleinen Hautritze wäre tödlich. Die Jäger kennen die tödliche Dosis für jedes Tier. Sie verschwenden keinen Tropfen des Nervengiftes. Sparsam und erfindungsreich ist ihr Umgang auch mit allen anderen Ressourcen der Umwelt. Nie nehmen sie von der Natur mehr, als sie zum Leben brauchen. Sie leben in Unterkünften aus Zweigen.

(Text Von Gerd Müller)

LITERATUR

Folgende Bücher von Laurens van der Post
  • "Die verlorene Welt der Kalahari" (ISBN 3-873-2902-19)
  • "Das Herz des kleinen Jägers" (ISBN 3-257-22821-X)
  • "Wenn Stern auf Stern aus der Milchstrasse fällt" (ISBN 3-257-2280-58)
  • "Durchs grosse Durstland müsst ihr ziehen" (ISBN: 3-257-2293-99)
  • "Das Herz von Afrika" von Beverley Harper (ISBN 3-499-26234-7)

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