Die San - Afrikas Ureinwohner - sind am Aussterben. Ihre Kultur geht verloren. Mit ihrem Untergang wird auch ein grosses, hierzulande weitgehend unbekanntes Stück afrikanischer Geschichte begraben.
Der Ursprung ist unklar. Während der Untergang dieser unbeugsamen, stolzen Rasse mit den mongolischen Zügen, einer pfirsichfarbigen, lederge-gerbten, faltigen Haut, Schlitzaugen und einer von Schnalz- und Klicklauten geprägten Sprache gut dokumentiert ist, liegt ihr Ursprung bis heute im Dunkeln. Man vermutet, dass sie die Jäger des paläolithischen Iberiens gewesen sind und die gleichen Ahnherren wie die alten Ägypter und die Steinzeitmaler in der Dordogne haben.
Den Anfang der mörderischen Ausrottung der Buschmänner machten die Hottentotten. Ihrem Beispiel folgten andere schwarze Völker wie die Zulu und Xhosa. Und die weissen Siedler Afrikas, die Buren, bemächtigten sich Stück um Stück des Bushmen-Landes und vertrieben die kühnen Jäger gnadenlos aus ihren Jagdgründen. Auch mit den Farmern gerieten sie in Konflikt. Da die Bushmänner kein Privateigentum, weder Grenzen noch Zäune (aner-)kennen, ihr Leben von der Wanderung der Tiere und den Jahreszeiten abhängt und sie nach dem Prinzip, dass die Natur allen Menschen gehört , leben, wurden sie, als sie auch die Herdentiere jagten, von den Viehbesitzern wie Freiwild gejagt.
Ihre einzige Überlebenschance bestand im Rückzug in die Trockengebiete der Kalahari. Dank ihrer Anpassungsfähigkeit und Schlauheit konnten sie trotz Wassermangel lange im öden Durstland der Kalahari überleben.
Für die San ist alles Geist und Materie. Damit lebt der Bushmann nach dem Eros-Prinzip - nach dem Grundsatz, der alles mit allem verbindet. Vernetztes Denken ist bei den San seit Jahrhunderten tief verwurzelt. Die listigen Jäger und begnadeten Bogenschützen jagten Impalas, Kudus, Strausse, früher auch Elefanten, Löwen und anderes Grosswild mit vergifteten Pfeilen, deren tödliche Substanz einer Raupe entnommen wird, die nur zur Regenzeit auftaucht.
Nicht die Pfeilspitze sondern der Schaft wird mit dem Gift bestrichen, denn schon die geringste Berührung des Giftes mit einer kleinen Hautritze wäre tödlich. Die Jäger kennen die tödliche Dosis für jedes Tier. Sie verschwenden keinen Tropfen des Nervengiftes. Sparsam und erfindungsreich ist ihr Umgang auch mit allen anderen Ressourcen der Umwelt. Nie nehmen sie von der Natur mehr, als sie zum Leben brauchen. Sie leben in Unterkünften aus Zweigen.
Von Zingg Travel sind Studienreisen unter der wissenschaftlichen Begleitung von Dr. Hansueli Etter (Antropologe, Privatdozent an der Uni Basel und analytischer Psychologe mit eigener Praxis in Zürich ein Bekannter und Bewunderer des kürzlich verstorbenen Laurence van der Post) ins Dreiländereck Südafrika, Namibia und Botswana zu den Bushman-Sippen geplant. Eine Reise mit Expeditionscharakter, kein Vergnügungsreise. Die Gruppengrösse wird bei 10 bis 15 Leuten liegen. Der Bushmen-Guide Willem Barnard und sein Vater sind seit Generationen mit den Bushleuten befreundet. Beide seien ihrer Sprache mächtig und intime Kenner der San, versichert Margit Zingg, die Organisatorin der beiden Studienreisen. Die Frau des vor zwei Jahren in den Schweizer Bergen tödlich verunglückten Botswana-Pioniers Willy Zingg, führt sein Erbe fort. Kontaktadresse für weitere Informationen zu den Bushmen-Reisen: Zingg Event Travel, Email: zet@bluewin.ch