| Mal d´Afrique oder der Himmel über Afrika |
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Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es einen derart gewaltigen Himmel. Er hängt über dir wie ein riesiger Schirm und raubt dir den Atem, und zwischen der Endlosigkeit der Luft über dir und der festen Erde unter dir wirst du zu Boden gedrückt. Der Himmel ist überall rings um dich, dreihundertsechzig Grad weit: Himmel und Erde eine wechselseitige Luftspiegelung. Der Horizont ist hier keine flache Linie mehr, sondern ein unendlicher Kreis, der dich taumeln läßt Du füllst deine Lunge mit dem trockenen Geruch von Staub und heißen Felsen und meinst das Universum einzuatmen. Du siehst dich selbst, während du in diese grandiose Geometrie des Absoluten eintauchst. Du bist nur ein winziger Fleck, ein mikroskopisches Teilchen, das sehr langsam vorankommt. Du hast dich nun auf den Raum eingelassen und bist gezwungen, sämtliche Proportionen neu zu definieren.
Afrika ist der Beginn. Erst jetzt wird dir zum ersten Mal klar, daß deine Beine nicht stark genug sind, um zu laufen, deine Nase nicht riechen kann, dein Augenlicht zu schwach ist. Du erkennst, daß all deine früheren Kräfte dich verlassen haben. Le mal d´Afrique ist Schwindel, ist Zersetzung und ist gleichzeitig auch Nostalgie. Es ist das Heimweh nach der Kindheit, nach derselben Unschuld und derselben Furcht, nach einer Zeit, in der noch alles möglich war.
Sobald du einmal hier draußen gewesen bist, frei schwebend im großen Nichts, wirst du nie meht in der Lage sein, deine Lungen mit genügend Luft zu füllen. Deshalb wirst du dich immer nach der Ferne sehnen und immer wieder zurückkehren müssen. (Francesca Marciano in "Himmel über Afrika"
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